FAQ

Geschichten über Knochenmark- und Stammzellspenden

Was ist Blutkrebs?

Beim Blutkrebs verliert eine Blutzelle ihren korrekten Bauplan. Entweder kann sie sich nicht mehr rechtzeitig durch frischere Zellen ersetzen lassen oder sie gewinnt die Fähigkeit sich ungehindert zu teilen. Während sich diese kranken Zellen unkontrolliert vermehren, werden die gesunden Zellen unterdrückt. Der kranke Körper hat nicht nur eine schwächere Infektabwehr, sondern durch die Behinderung von Blutplättchen (Thrombozyten) auch eine erhöhte Gefahr für Blutungen, sowie durch verminderte rote Blutkörperchen (Erythrozyten) einen schlechteren Sauerstofftransport durch den Körper. Der Patient spürt Schwäche, Kopfschmerzen, Herzrasen, leidet unter Nasenbluten und bekommt vermehrt blaue Flecken. Kann die Vermehrung der bösartigen Blutzellen nicht rechtzeitig behandelt werden, können diese Komplikationen zum Tod führen.

Wie funktioniert eine Stammzelltransplantation für den Patienten?

Bevor es zu einer Transplantation kommt, hat der Patient schon mehrere Behandlungsstufen hinter sich, die bis dahin nicht den gewünschten Erfolg erzielen konnten. Für die Stammzelltransplantation wird der Patient über mehrere Tage mit einer Chemotherapie konditioniert. Das heißt, er oder sie wird auf die sehr ähnlichen Zellen vorbereitet, die aber meist nicht zu 100% passen. In dieser Vorbereitungszeit wird das Immunsystem gebremst, damit es die fremden Zellen annimmt und nicht abstößt. Die Patienten sind in dieser Situation zeitnah auf die Spende angewiesen, da ihr eigenes blutbildendes System zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr zuverlässig funktioniert.

Wer darf spenden?

Alle Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, die nicht an schweren bzw. chronischen Erkrankungen leiden. Falls es zu einer Spende kommt, wird in einer gründlichen Voruntersuchung die Gesundheit des Spenders überprüft.

 

Wo und wie kann ich mich registrieren?

Die wohl bekannteste Organisation in Deutschland ist die DKMS. Weiter gibt es unter anderem: Deutsche Stammzellspenderdatei, Zentrales Knochenmarkspenderregister, Stiftung Knochenmark und Stammzellspende Deutschland und Knochenmarkspenderzentrale Düsseldorf (LifeLolli). Mit einem Wattestäbchen kann man bequem von Zuhause aus einen Abstrich seiner Mundschleimhaut machen und diesen an die jeweilige Organisation schicken.

Wie viele Menschen finden keinen Spender?

Leider bleibt die Suche nach einem passenden Stammzellspender bei jedem 10. Patienten erfolglos. Das kann man doch ändern! Die oben genannten Datenbanken sind untereinander und auch international vernetzt. Kann also auch gut sein, dass Dein genetischer Zwilling in Australien Deine Hilfe braucht. Weltweit gibt es über 34 Millionen registrierte Menschen. In Deutschland sind es über 8 Millionen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich als Spender zum Einsatz komme?

Wenn Du registriert bist, kommst Du zu ca. 1,5% in den nächsten zehn Jahren als möglicher Lebensretter zum Einsatz. Die höchste Wahrscheinlichkeit, dass die Gewebemerkmale mit einem anderen Menschen übereinstimmen, gibt es unter Geschwistern mit ca. 25%.

Wie läuft die Stammzellspende ab?

Ca. 80% der Spenden werden über das Blut abgenommen, eine Vollnarkose ist nicht nötig. Im Vorfeld nimmt der Spender spezielle Medikamente, die dafür sorgen, dass die Stammzellen im Blut schwimmen und wie bei einer Blutwäsche/Blutspende entnommen werden können. Der Vorgang dauert ungefähr 5 Stunden. Manchmal treten durch die vorbereitende Medikamente grippeähnliche Beschwerden auf.

Bei den restlichen 20% wird Knochenmark entnommen. Hierfür ist ein kurzer Krankenhausaufenthalt (i.d.R. 2 Nächte) nötig. In einer kurzen OP unter Vollnarkose punktieren die Ärzte den Beckenkamm und entnehmen ca. 5% des Knochenmarks.

Tut das weh?

Was ist Knochenmark?

Das Knochenmark ist verantwortlich für die Bildung des Blutes. Es sieht dem normalen Blut sehr ähnlich, ist aber noch ein bisschen dunkler und auch dickflüssiger. Bei einem erwachsenen Menschen sitzt das Knochenmark überwiegend im Beckenkamm, das ist der obere Teil des Beckenknochens. Die meisten Entnahmen erfolgen am hinteren Rücken direkt über dem Po. Diese beiden Stellen kann man ganz leicht mit den Händen tasten. Um das Knochenmark da rauszubekommen, muss der Knochen punktiert werden. Dazu benutzen die Ärzte Spezialnadeln, um Knochenmark aus den Knochen zu saugen. Keine Angst, das klingt alles viel gruseliger als es ist. Der Knochen ist danach nicht gebrochen, das Gewebe wächst schnell wieder zusammen.

 

Kann der Körper die entnommenen Zellen wiederherstellen?

Das Knochenmark eines gesunden Menschen ist ein Wunderwerk! Wie nach einer Blutspende bildet der Körper die wichtigen Zellen innerhalb weniger Wochen nach. Direkt nach einer Stammzellspende kannn man sich etwas schwächer fühlen als sonst. Nach ein paar Tagen fühlen sich die meisten Spender wieder so fit wie davor.

Wird der Krebspatient dann wieder gesund?

Eine Garantie gibt es in der Medizin leider nicht. Allerdings würde der Patient in seiner Situation ohne eine Stammzelltransplantation sicher sterben. Je nach Erkrankung, Stadium des Fortschritts und Begleitproblemen unterscheidet sich die Überlebenswahrscheinlichkeit. Funktioniert die Stammzellspende, kann die Krebserkrankung endgültig besiegt werden.

 

Dürfen Patient und Spender sich treffen?

Das hängt davon ab, in welchem Land der Patient lebt. Deutschland regelt das so: Nach der Spende bekommt man auf Wunsch die Eckdaten des Patienten für den man gespendet hat (Name und Alter). Anonymer Briefkontakt ist möglich und, wenn beide wollen, darf man sich nach zwei Jahren kennenlernen. In manchen Ländern ist es wie hier geregelt, viele lassen allerdings auch gar keinen Kontakt zu.

 

Was passiert, wenn kein passender Spender gefunden wird?

Es kommt immer wieder vor, dass kein passender Spender gefunden wird. Ist der Patient zu diesem Zeitpunkt auf eine Transplantation angewiesen, verstirbt der Patient in der Regel an Komplikationen oder dem Voranschreiten seiner (Krebs-) Erkrankung.

Warum denken so viele Menschen, dass man Rückenmark spenden muss?

Das wissen wir auch nicht :) Mit einer Rückenmarkspende könnte kein Mensch etwas Sinnvolles anfangen. Also bleibt es unberührt, wo es hingehört.

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